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Frische Ideen und Street-Food-Kulinarik vor dem Deutschen Bundestag

Berlin. Der MitarbeiterInnen-Mangel in der Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie hat sich durch die Corona-Pandemie weiter verschärft und wird für viele Unternehmen zum Umsatz- und damit Existenzrisiko. Die neue Denkfabrik Union der Wirtschaft (UdW) hat am Mittwoch im Rahmen einer Food-Truck-Aktion zwei Stunden lang direkt vor dem Deutschen Bundestag ihr neues Policy-Paper mit dem Titel „MitarbeiterInnen gewinnen, halten und zurückgewinnen“ vorgestellt.

Achim Meyer auf der Heyde (ehem. Generalsekretär Deutsches Studentenwerk), Julia Klöckner (ehem. Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft), Anke Budde (Vizepräsidentin vom ASR), Dr. Marcel Klinge (ehem. Bundestagsabgeordneter und Vorstandsvorsitzender Denkfabrik Union der Wirtschaft), Christoph Specht (Geschäftsführer Augustinum Service Gesellschaft mbH), Foto: UdW.

Großer Andrang bei der Infoaktion | Foto: UdW.

„Wir denken Lobbyarbeit neu und wollen nicht nur bei den Inhalten, sondern auch bei der Art und Weise, wie wir mit Politikern ins Gespräch kommen, innovative Wege gehen. Einen 100sten parlamentarischen Abend braucht es in Berlin nicht. Daher haben wir mit unserer Food-Truck-Aktion frische Inhalte und Kulinarik einfach miteinander verbunden“, so UdW-Präsident Gerhard Bruder. Tatkräftige Unterstützung erhielt der Thinktank dabei von 3-Sterne-Koch Jan Hartwig aus München, dem Team von Guerilla Chefs um Simon Kolar und seinem Food-Partner „Frischeparadies“. Außerdem waren viele der über 40 Mitgliedsverbände und 100 Mitgliedsunternehmen sowie Vertreter der „GastroFamily-Kampagne“ (Leaders Club, Coca Cola und Metro) mit vor Ort. 

Die Pop-up-Aktion kam bei ihrer Premiere gut an: Über 300 Parlamentarier, Abgeordneten- und Fraktionsmitarbeiter folgten der Einladung und diskutierten mit hochkarätigen Vertretern des Thinktanks bei leckeren Snacks über das neue Policy-Paper, das von 60 Experten der Denkfabrik (aus den Beiräten Tourismus, Hospitality, Catering, Food-/No-Food, Gastronomie und Digitales) im Frühjahr 2022 ausgearbeitet wurde. 

„Uns war dabei wichtig, mittels Schwarmintelligenz das große Knowhow unserer Beiräte bei diesem zentralen Zukunftsthema zu bündeln und dabei nicht nur von der Politik zu fordern, sondern auch selbstkritisch eigene Handlungsfelder aufzuzeigen“, betont Dr. Marcel Klinge, früherer Bundestagsabgeordneter und heutiger Vorstandschef der Denkfabrik. 

Herausgekommen sind über 70 Vorschläge inklusive fünf Top-Maßnahmen. So schlägt die Denkfabrik – neben einer fairen Bezahlung und besserer Work/Life-Balance – vor, die 4-Tage-Woche durch eine Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit flächendeckend für alle Unternehmen rechtlich möglich zu machen, die sie benötigen. Außerdem will der Thinktank unattraktive Arbeitstage wie Samstage durch steuerfreie Zuschläge attraktiver machen. „Die Menschen, die am Wochenende arbeiten, sollen etwas mehr davon haben als bisher. Die Betriebe profitieren ebenfalls davon, weil sie keine Betriebszeiten einschränken oder Angebote reduzieren müssen“, so der 41-jährige Politikinsider. 

Die Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt soll nach dem Willen der Experten radikal vereinfacht werden (vor allem mit Blick auf bestimme Quellländer wie Indonesien, Indien, Philippinen oder Vietnam) und zudem weltweit durch großangelegte Marketingkampagnen für Deutschland als Arbeitgeberland neu positioniert werden. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) mache heute schon sehr erfolgreich Urlauber-Werbung im Ausland. Mit mehr Budget könne die DZT dank ihres exzellenten Netzwerks doch auch gezielt Lust machen, dauerhaft in Deutschland zu arbeiten, so Klinge weiter. 

Nach der erfolgreichen Premiere soll die Food-Truck-Aktion im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich fortgesetzt werden. 

Policy Paper abrufbar


Über Denkfabrik:
In der Denkfabrik Union der Wirtschaft haben sich über 100 namenhafte Unternehmen der Tourismus-, Hospitality, und Foodservice-Industrie sowie 42 Verbände/Institutionen zu einem neuen überparteilichen und praxisnahen Think Tank zusammengeschlossen. 

Die 2021 gegründete Denkfabrik will Politik, Verbände und hochkarätige Vertreter aller Wertschöpfungssektoren bei strategischen Zukunftsthemen wie Mitarbeitergewinnung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Ernährungswende und New Work miteinander vernetzen und versteht sich als neues, Content-getriebenes Lobby-Format.

Geleitet wird die Initiative von Präsident Gerhard Bruder (Chef des Institute of Culinary Art) sowie den Vorständen Marcel Klinge (ehemaliger Bundestagsabgeordneter), Marcus Fränkle (Hotel der Blaue Reiter) und Alexander Aisenbrey (Hotel Der Öschberghof, Hotelier des Jahres 2021).